Allgäu
1.Tag
Um
8.°° Uhr stehen wir am ausgemachten Treffpunkt, Ziel ist an diesem Wochenende
mal wieder das Allgäu. Das Wetter hat sich viel versprechend angehört
. " Wo bleibt nur unsere Mitfahrgelegenheit ?". Nach einer
kleinen weile rollt endlich der kleine Corsa auf den Parkplatz,
"puh endlich". Mit ein wenig hin und her schaffen wir es,
unsere 2 großen Rucksäcke doch in das Auto zu bekommen. Nach
einer rasanten Fahrt über die Autobahn, erreichen wir Oberstdorf .
Froh, fast frisch geboren fühlen wir uns, als wir im Oberstdorfer Ortskern
an die frische Luft gesetzt werden. Wir danken unserem sportlichen Fahrer
und winken ihm bei der Abfahrt. Nachdem wir wieder richtigen Boden unter
den Füßen haben, durchqueren wir die von Touristen überströmte
Ortsmitte. Vorbei an der Nebelhornbahn verlassen wir Oberstdorf
in Richtung Oytal. Langsam
kommen wir in die Gänge, erst geht es entlang der Tretach
und dann den Wanderschildern folgend ins Oytal. Parallel zur Oy zu wandern
ist wunderschön und die Auslöser der Kameras werden rege betätigt.
Einen halben Film später kann es weiter gehen. Wir marschieren
talein, vorbei an Almwiesen mit einer großen Vielfalt an Blumen und
eindrucksvollen Wasserfällen, die von den Hängen stürzen. Wir genießen
die Eindrücke, die uns wohl das schönste Tal in den bayerischen
Alpen zu bieten hat. Zum Talende wird der bis dahin fast ebene
Weg steiler und der eine oder andere Schweißtropfen läuft von der Stirn.
Bei Erreichen des Stuibenfalls lassen wir uns ein wenig von dem kalten
Wasser erfrischen. Die weitere Wegstrecke lässt sich dank der Erfrischung
gut ertragen, wenig später sitzen wir dann auch schon, vor der
Käseralpe (1401 hm) und versüßen uns den Tag mit leckerem Kuchen
und Buttermilch. Mit solcher Stärkung meistern wir dann auch noch
die restlichen Höhenmeter des heutigen Aufstiegs zur Wildenfeldhütte.
Ein wenig erschöpft und schweißnass stehen wir, ca. eine 1/2 Stunde
später über teils recht steilen Weg, vor der Wildenfelshütte (1692 hm).
Dort bauen wir unser Zelt direkt neben dem Tränketrog auf, welcher sich
übrigens hervorragend als Badewanne eignet. Den Nachmittag verbrachten
wir vor dem Zelt und erholten uns von der Schleiferei der Rucksäcke.
Ein Wechsel von Wasserbad und Sonnenbad war da genau das Richtige. Am
Abend unternahmen wir dann noch einen kleinen Streifzug in Richtung
des morgigen Ziels. Danach gab es dann die obligatorischen Spaghetti
und die Sonne zeigte dazu ihr all abendliches Schauspiel. "Ein
richtig schöner Tagesausklang".
2.Tag
Am
nächsten Morgen pellten wir uns noch recht verschlafen aus unseren Schlafsäcken.
Der erste Blick aus dem Zelt, verspricht Gutes. Mit Sicht auf die sonnendurchflutete
Ostwand des Höfats, verspeisen wir unser Nutellabrot und den heißen
Tee. So gestärkt geht es zum einstündigem entfernten Einstieg, der heutigen
Kletterroute am südlichem Höllhorn. Auf dem Zustieg kann man die
Vielseitigkeit des Allgäus genießen, es geht hinauf über Geröll
und blütenübersäte Bergwiesen. Und eh man sich versieht, stehen wir
auf dem Hornbachjoch (2020 hm) und lassen uns die Sonne ins Gesicht
strahlen. Das Klettermaterial
wird aus dem Rucksack geholt und angelegt. Wir öffnen die Seilpuppen
und binden uns ein. Die Vorfreude steigt, es kribbelt in den Fingern,
die Wanderstiefel in den Rucksack und los gehts. Die erste Seillänge
ist schnell geklettert "Stand.....Seil frei.....Seil aus.....kommen.....komme".
Wie im Führer beschrieben steigen wir Seillänge um Seillänge
der Genussroute nach oben. Die Stände sind mit Bohrhaken versehen
und es sind auch ein paar Zwischenhacken gebohrt man kann jedoch
sehr viel selber sichern so das uns der absolute Adrenalinkick erspart
bleibt. In der Mitte der Tour ist es mit der Sonne vorbei und als wir
den Gipfel erreicht haben, stehen wir voll im Nebel. Da keine Besserung
in Sicht
ist, beginnen wir kurz darauf mit dem Abstieg. Über Geröllfelder
absteigend und später querend erreichen wir wieder den Einstieg. Da
das Wetter sich nicht mehr bessert, steigen wir auch gleich wieder ab,
zurück zum Zelt. Der Wetterbericht vom Samstag morgen war also
doch nicht falsch, er ist fast auf die Stunde genau. Zurück am Zelt
brechen wir unser Lager gleich ab und packen die Rucksäcke.
Noch eine kleine Verpflegungspause, dann satteln wir wieder die schweren
Rucksäcke und beginnen mit dem Abstieg. Ja, und kaum sind wir auf
dem Weiterweg nach unten spüren wir auch schon die ersten Regentropfen.
Zurück in Oberstdorf treffen wir wieder unseren Fahrer und im Tiefflug
geht es über die Autobahn wieder nach Hause.
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