Südliches Höllhorn 2149m

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Höllhörner

Südgrat IV- (direkt V)

Talort: Oberstdorf (815)
Forum: Kletterforum zum Allgäu
Wetter: Wetter in Oberstdorf
Tour-Datenbank: Südgrat IV- (direkt V)
Schwierigkeit: Eine Stell 4- ansonsten meist 3. Über die Direktvariante gibt es zwei Stellen im 5. Grad sonst oft 4.
Charakter: Klassische Genusskletterei im mittleren Schwierigkeitsgrad, die schon recht früh im Jahr machbar ist. Der Grat zeichnet sich durch seine Vielzahl an abwechslungsreichen Kletterstellen aus. Die Felsqualität am Grat ist für Alpine Verhältnisse, bis auf eine Stelle, durchschnittlich bis gut.
Absicherung: Überwiegend gebohrte Standhaken, ansonsten Stand an Felsköpfen. In den Schlüsselstellen der Normalroute stecken ein paar Klebehaken, ansonst einige Normalhaken. Zur besseren Absicherung helfen Klemmkeile und Friends 1-3, für den Notfall ein kleines Hackensortiment.
Wandhöhe: 130 Meter, 8 Seillängen
Seillänge: 60 Meter Doppelseil
Ausrichtung: Süd, Süd-West
Erstbegeher: 1910, Hans Rädler im Alleingang
Tourenbericht: zum Tourenbericht Sommer 2002
Bilder zur Tour:  zu den Bildern der Tour  zu den Bildern
Zustieg:

Ab Oberstdorf entweder mit dem Fahrrad über fahrtaugliche Strecke in 1½ bis 2 Std. durchs Oytal zur Käseralpe (empfohlen), oder zu Fuß in 3 Std über den gleichen Weg.

Am östlichen Ortsrand von Oberstdorf (Nebelhornbahn) geht es entlang der Tretach (Orthographisch, Radfahrer links der Tretach und Fußgänger rechts), den Hinweisschildern folgend in Richtung Oytal. Bei der Mündung der Oy in die Tretach nun immer paralell zur Oy, auf mäßig ansteigenden Schotterweg ins Oytal. Nach einem Weidegatter etwas steiler Bergauf und gelangt dann auf eine Fahrstrasse, hier rechts und über schöne Ahornallee zum Oytalhaus (1006 Hm, keine Übernachtungsmöglichkeit). Nach dem Gasthaus die Oy überqueren , auf dem Schotterweg geht es vorbei an der Gutenalp und dem Prinzenkreuz Richtung Talschluß. Über die Brücke des Stuibenbachs hinweg, dann in über zwei großen Kehren stetig ansteigend und weiter auf rechten Talseite zum Stuibenfall. Nun weiter in einigen Steilen Kehren aufwärts in den weiten Kessel der Käseralp (1405 Hm).

Von der Käsalp geht es erst in einer großen Links- Recht- Schleife und dann in steilen Kehren zur Wildenfeldhütte ( ½ Std., hier ist es möglich sein Zelt aufzustellen, Wasserquelle). Nun in südlicher Richtung (rechts) auf nur mäßig ansteigenden Weg um den Westsockel des Kleinen Wilden herum. An der Weggabelung nach links über die Blöcke des Felssturzes, den roten Markierungen, queren und dann über Grashänge in Kehren zum Hornbachjoch (2023 Hm, 1½ Std. von Käseralp). Der Einstieg befindet sich direkt am Gradfuß, man kann dort noch die Halterungen von einer ehemaligen Gedenktafel erkennen.

Topo:

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Routenführe:

1. SL: III, keine Zh, 1 Sh
Vom Einstieg einige Meter gerade hoch, kurz nach rechts in Schrofen und sofort wieder gerade hoch (III) zu einem Band, hier ein Sicherungshacken.
Variante: III, 1 Zh, nicht lohnend
Von den Schrofen über ein Band nach rechts zu einer kleinen Verschneidung, diese hoch (III, Zh) dann auf dem oberen Band nach links zum Stand der Orginalroute.

2. SL: II, 1Zh, 1 Sh
Kurz nach links queren, gerade über Schrofen empor und nach rechts (Zh) über plattigem Fels unmittelbar an der Gratkante.
Direktvariante: IV, keine Zh
Unmittelbar links vom Stand über Steilen Riss (IV) in ein geneigte Platte, zum Stand.

3. SL: IV-, meist III, 4 Zh, 1 Sh
Etwas nach links absteigen, um rechts haltend über eine Platte (III-) zum nächsten Kantenabsatz, nun über kurze Verschneidung auf ein Band. Dort über einen kurzen Linksqurgang zu gutgriffigen Riss hoch zum Stand.
Direktvariante: V, keine Zh
Vom stand über feingriffigen Wulst direkt zum Kantenabsatz und der Verschneidung der Orginalroute.

4. SL: III+, 1 Zh, 1 Sh bzw. Köpflstand
Nach links eine Geröllrampe herunter, bis zu einer Rinne die weiter nach oben führt und im oberen teil rissartig verengt (III+). Über diesen zum Grad. Stand an einem mit Schlingen abgebundenen Felskopf.
Direktvariante: III, 1 Zh, 1 Sh bzw. Köpflstand
Vom Stand gerade hoch und über den Grad zum Stand der Orginalführe.

5. SL: III, 1 Zh, 1 Sh
Leicht absteigen zur markanten Kluft (Zh), jene überschreiten, kurz nach rechts über das kleine Band mit kleinsplitrigem Fels und über etwas brüchigen Riss zurück zum Grataufschwung (Sh).

6. SL: III, 1Zh, 1Sh
Die lach links ziehende Rampe bis zum Ende empor, dann nach rechts auf Leisten (III, Zh) direkt zur Gratschneide, hier Stand (Sh).
Direktvariante: V bis V+, keine Zh
Rechts der Kante auf einen Block hoch und nach links um die Kante zurück (V), nun wieder etwas leichter hoch zum Stand.

7. SL: III+, 2 Zh, 1 Sh
Unmittelbar vom Stand den gutgriffigen Riss (III+) hoch zu gut erkennbarer Nische (Zh), nach links um die Kante herum und weiter nach links. Kurz absteigen auf ein breites Band das zum Geröllkessel führt. jenes hinauf zum Stand.
Direktvariante: IV+, 3 Zh, 1Sh
von der Nische nach links um die Kante herum, nun aber nicht nach links sondern sofort zu dem alten Normalhaken hinauf. An kleinen Griffen schwach links haltend die Platte unterm Überhang hoch. Über brüchigen Fels hoch zum Stand der Orginalroute.

8. SL: III, 2 Zh, 1 Sh
Knapp links der Kante (Zh), an markanten Köpfle vorbei, in gutgriffigem Fels zur Gratscharte empor (Zh). Von hier in wenigen Metern über Schrofen zum Gipfel (SH).

Abstieg:

Vom Gipfel über den schuttbedekten Nordrücken auf Steigspuren hinab in die Scharte (2078 Hm) zwischen Nördlichen und Südlichen Höllhorn. Nun nach Osten (rechts) über Gras und Geröll in Kehren hinab. Der Weg biegt bald nach rechts ab und quert unterhalb der Ostwand des Südlichen Höllhorns zurück zum Einstieg. Von dort den Zustiegsweg zurück (zur Käseralp eine gute Stunde).

Bei starken Regenfällen kann der oberste teil des Abstiegs vom Hornbachjoch aufgrund der vorangeschrittenen Bodenerosion unangenehm werden. Unter umständen kann es sich als ratsam erweisen, den vom Westpfeiler des Südlichen Höllhorns herabführenden markanten Grasrücken rechts haltend zu queren, um über die unterhalb der Westwand, des Nördlichen Höllhorns, gelegene Schuttrinne absteigen zu können.

Karten - und Führermaterial:

Allgäuer Kletterführer, von Stefan Meineke, Akademische Verlagsanstalt (AVA), Leipzig, ISBN 3-931 982-08-4
(Führer bei Amazon kaufen)
http://www.univerlag-leipzig.de

Allgäuer Alpen, Bayerisches Landesvermessungsamt, ISBN 3-86038-011-7
(Karte bei Amazon kaufen)
http://www.geodaten.bayern.de